Es gibt Momente im Uhrenalltag, die passieren einfach. So war es mit Vulcain. Ich hatte von der Marke zwar schon mal gehört, aber diese bislang nicht bewusst verfolgt. Dann meldete sich ein Vertriebler, wir kamen ins Gespräch, und kurz darauf lagen die ersten Modelle bei mir in der flomp89 Lounge.
Ich nahm sie in die Hand und dachte mir sofort, dass hier etwas Besonderes die Uhren umgibt. Diese Mischung aus historischer Formensprache und modernem Gefühl am Handgelenk ist selten. Die Uhren wirken, als kämen sie direkt aus einer alten Zeit, sind aber technisch, haptisch und qualitativ voll in der Gegenwart angekommen. Genau dieses besondere Zusammenspiel aus alt und neu hat mich sofort gepackt.
Eine Marke mit Geschichte und Brüchen – von 1858 bis heute
Vulcain wurde 1858 von der Familie Ditisheim in La Chaux de Fonds gegründet. Schon früh gab es internationale Auszeichnungen und viel Anerkennung für präzise Uhrmacherei. Die Marke entwickelte sich kontinuierlich weiter und war über Jahrzehnte ein fester Bestandteil der klassischen Schweizer Industrie.
Der große historische Schritt folgte 1947. Vulcain präsentierte das Modell Cricket, die erste wirklich funktionierende mechanische Weckeruhr fürs Handgelenk. Der Ton war laut und unverwechselbar. Ein helles Zirpen, das bis heute zum Markenzeichen gehört. Diese technische Besonderheit machte die Cricket legendär und brachte der Marke den Spitznamen President Watch ein, weil mehrere US-Präsidenten tatsächlich ein entsprechendes Modell trugen.
Eine Marke, die nicht immer präsent war
Wie viele Traditionsmarken blieb auch Vulcain nicht von der Quarzkrise verschont. Die Marke geriet in ruhigere Fahrwasser, teilweise fast in Vergessenheit. Genau dieser Abschnitt gehört für mich zur Identität von Vulcain. Eine Marke mit Höhen und Tiefen, nicht glattgebügelt, sondern mit echter Geschichte.
2001 folgte dann die Wiederbelebung mit klarer Rückbesinnung auf mechanische Uhrmacherei und die historische Cricket. Seitdem ging es Schritt für Schritt wieder bergauf.
Wem Vulcain heute gehört
Besonders spannend ist die aktuelle Eigentümerstruktur. Vulcain befindet sich heute im Einflussbereich der luxemburgischen Investmentgruppe Promobe SA, die der Marke frischen Drive gegeben hat. Entscheidend geprägt wird der Neustart jedoch von Guillaume Laidet.
Laidet war schon maßgeblich daran beteiligt, Nivada Grenchen wieder aufzubauen. Genau dieser Blick für Tradition, verbunden mit dem Mut, alte Ideen zeitgemäß weiterzudenken, findet sich nun auch bei Vulcain wieder. Man merkt sofort, dass hier jemand am Werk ist, der Vintage versteht, aber modern denkt.
Für mich macht das die Marke noch interessanter. Vulcain ist nicht nur ein historischer Name. Es ist ein Projekt, das bewusst weitergeführt wird, respektvoll gegenüber der Vergangenheit und neugierig auf die Zukunft.
Einige aktuelle Kern-Modelle
Grand Prix
Die Grand Prix lehnt sich an eine historische Auszeichnung von 1929 an und wirkt wie ein ruhiger Klassiker. 39 Millimeter, klare Formen, eine zurückhaltende Eleganz, die gerade deshalb authentisch wirkt. Eine Uhr, die man nicht erklären muss.

Cricket President
Die modernisierte Cricket President trägt das Erbe der berühmten Weckeruhr weiter. Das Design ist zeitlos, der Alarmmechanismus ist technisch faszinierend und die Haptik ist deutlich hochwertiger, als man es von einer so traditionellen Uhr in der heutigen Zeiterwarten würde. Genau dieses Zusammenspiel aus alter Idee und neuer Umsetzung macht sie so charmant.

Skindiver
Die Skindiver Modelle zeigen die sportliche Seite der Marke. Klare Linien, robuste Konstruktion und moderne Farben. Sie greifen historische Taucheruhren auf, oft mit GMT-Funktion, wirken aber dennoch zeitgemäß. Eine Uhr, die die Geschichte respektiert, ohne im Retrolook stecken zu bleiben.

Die Vulcain Tischuhr
Ein schönes Detail im Portfolio ist die Tischuhr von Vulcain. Ein Objekt, das die handwerkliche Seele der Marke zeigt. Klassische Optik, mechanische Technik und ein Stück Geschichte, das nicht am Handgelenk getragen werden muss, um Wirkung zu haben.

Warum Vulcain für mich gerade jetzt spannend ist: Alte Seele, neue Technik und ein Gefühl, das man nicht kopieren kann
Was mich wirklich begeistert, ist dieses Zusammenspiel aus nostalgischem Design und moderner Ausführung. Viele Modelle haben Größen, Proportionen und Linien, die ganz klar aus einer anderen Ära stammen. Aber die Technik darunter ist neu, zuverlässig und präzise. Die Haptik ist sauber, die Verarbeitung hochwertig. Man bekommt das Beste aus beiden Welten.
Vulcain baut keine Reissues, die nur aussehen wie früher. Die Uhren wirken vielmehr, als würden sie ihre Geschichte weitertragen, ohne sich darin zu verlieren. Das spürt man sofort, wenn man sie anlegt.
Vielleicht gefällt mir die Marke gerade deshalb so gut. Sie fühlt sich authentisch an. Keine künstliche Story, keine Lifestyle Hülse, sondern eine gewachsene Tradition, die wieder Raum bekommt. Und die Tatsache, dass die Marke Vulcain mit ihrer aktuellen Modellvielfalt über einen fast schon zufälligen Kontakt zum entsprechenden Vertrieb ihren Weg zu mir gefunden hat, macht das Ganze nur runder.
Ich freue mich sehr darauf, euch die Uhren in der flomp89 Lounge zu zeigen und mit der Community gemeinsam darüber zu sprechen. Es wirkt ein bisschen wie ein Neuanfang, nicht nur für Vulcain, sondern auch für meinen eigenen Blick auf historische Marken.